
König der Edelsteine

Er ist unbestritten der begehrteste, der strahlendste und auch der mit den weltweit meisten Anhängern. Wer ihn einmal in Händen hält, kommt nicht mehr von ihm los – der Diamant, der kostbarste aller Edelsteine. Doch was ist so besonders an diesem Stein, der als einziger Edelstein an der Börse gehandelt wird?
Der Diamant besteht aus nichts als Kohlenstoff. Die heutige Bezeichnung Diamant geht auf das altgriechische Wort «adamas» – der Unbezwingbare – zurück. Zu Recht: Gilt doch der Diamant als härteste Substanz unseres Planeten. Diamanten sind rar: Entstanden sind sie tief im Inneren der Erde bei 1300 Grad Hitze, um als reine Kohlenstoffverbindung nach langer Zeit an die Erdoberfläche zu gelangen.
Vor 2800 Jahren wurden die ersten Diamanten in Indien gefunden. Aber erst als man im Jahre 1867 den ersten Diamanten auf afrikanischem Boden fand, löste das einen regelrechten Diamantenrausch aus. Damit ist auch der Name eines Buren aus dem Oranje-Tal eng verbunden. De Beers ging als einer der ersten grossen Profiteure des Diamantengeschäfts in die Geschichte ein. Heute ist De Beers der grösste Diamantenproduzent und -händler der Welt mit Sitz in London und Johannesburg. Zu den wichtigsten Förderländern zählen heute (Stand 2011) Botswana, Russland, Kanada und Australien. Die wichtigsten Handelsplätze für Diamanten sind Antwerpen, Ramat/Gan/Tel Aviv, New York und Mumbai.
Das weltweite Angebot an Rohdiamanten liegt bei einem Jahreswert von etwa zwölf Milliarden US-Dollar. Jedoch nur ein Fünftel des Rohmaterials wird zu Schmuckstücken verarbeitet. Der Rest wird zur industriellen Verwendung benutzt, da die Reinheit und Farbe nicht den Ansprüchen der Schmuckindustrie entspricht. Diamanten sind Luxusartikel, wenigstens denken dies die meisten, dabei besitzt jeder Fensterbauer meistens mehrere Diamanten und hat diese täglich im Einsatz.
Qualitätskriterien
In seiner vollendet geschliffenen Form werden der Wert und die Qualität eines Diamanten durch vier bedeutende Kriterien, die sogenannten «vier Cs», bemessen: Cut (Schliff), Colour (Farbe), Clarity (Reinheit) und Carat (Gewicht/Grösse). Diamanten, die bei allen vier Cs die besten Qualitäten vereinen, sind sehr rar und entsprechend kostbar. Die Reinheit und die Schliffgüte eines Diamanten sind ohne Lupe kaum exakt zu bestimmen. Die Bewertung eines Diamanten kann in ver- schiedenen Instituten vorgenommen wer- den und durch ein Zertifikat wird der Wert festgelegt. Man nennt eine solche Bewertung auch Graduierung.
Cut (Schliff)
Die Schliffart des Diamanten hängt immer von der Form und der Beschaffenheit (Reinheit) des Rohdiamanten ab. Seine Brillanz entfaltet der Diamant erst in der geschliffenen Form. Entdeckt wurde das Diamantschleifen angeblich Ende des 17. Jahrhunderts durch Vincente Peruzzi. Kein Edelstein kann so viel Licht in sich aufnehmen und widerspiegeln. Je nach Schliff und Proportionen lässt sich das Licht von der einen zur anderen Facette reflektieren. Zu den beliebtesten Schliffarten zählen der Brillant-, der Tropfen- und der Herzschliff.
Colour (Farbe)
Obwohl man den Diamanten meist in seiner transparenten Form antrifft, ist er in hochfeinem Weiss äusserst selten. Geschliffene Diamanten weisen häufig feinste Gelb- bis Brauntöne auf. Genauso rar wie Diamanten im hochfeinen Weiss sind die sogenannten «fancy colored diamonds». Die Chance, auf einen farbigen Diamanten zu stossen, liegen bei 1:10’000. Diese cognac- und rosafarbenen, blauen, grünen oder intensiv gelben Liebhaberstücke werden zu Spitzenpreisen gehandelt.
Clarity (Reinheit)
Die Schönheit des geschliffenen Diamanten liegt neben einem Höchstmass an Brillanz in seiner kristallklaren Transparenz. Je weniger Einschlüsse ein Diamant aufweist, desto faszinierender kann sich das Licht in ihm brechen. Verunreinigungen und Brüche im Mineral selbst bedeuten immer eine Qualitätsminderung. Für Schmuckdiamanten ist es wichtig, dass allfällige Einschlüsse von blossem Auge nicht oder nicht sofort erkennbar sind. Das Prädikat «lupenrein» verdient ein Stein erst, wenn innere Merkmale selbst bei zehnfacher Vergrösserung nicht mehr auszumachen sind.
Carat (Grösse/Gewicht)
Die Grösse resp. das Gewicht von Edelsteinen wird in Karat gemessen und mit «ct» abgekürzt. Ein Karat entspricht 0,2 Gramm. Das mag nach wenig klingen, aber ein Brillant von einem Karat kann bei entsprechend guter Farbe und Reinheit einen Wert von weit über 10’000 Schweizer Franken haben. Der klassische Brillant-Schliff lässt einen Rückschluss von der Grösse auf das Gewicht zu. Ein Stein von ca. 3 mm Durchmesser weist ein Gewicht von ca. 0,1 Karat auf, bei 0,5 Karat beträgt der Durchmesser etwa 5,2 mm.









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